{"id":840,"date":"2011-01-06T21:12:58","date_gmt":"2011-01-06T20:12:58","guid":{"rendered":"http:\/\/duszka.ehost.pl\/?p=840"},"modified":"2021-04-12T20:35:44","modified_gmt":"2021-04-12T19:35:44","slug":"uber-mich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maria.duszka.pl\/?p=840","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"font-size: large;\">D E U T S C H<\/span><\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>Ich bin 1960 geboren, lebe In Polen und bin Dichterin, Journalistin und Bibliothekarin. Meine Gedichte wurden ins Deutsche, Englische, Franz\u00f6sische, Russische und Serbische \u00fcbersetzt und sind bereits in Deutschland, den USA und Serbien ver\u00f6ffentlicht worden. August\/September 2010 war ich bei dem Literatursommer, einer zyklischen, von Schleswig-Holstein veranstalteten Begegnungsreihe mit Literatur, zu Gast.<\/h3>\n<h3><span style=\"font-size: medium;\"><strong>M A R I A &nbsp;D U S Z K A<\/strong><\/span><\/h3>\n<h3><span style=\"font-size: 16px;\">GEDICHTE<\/span><\/h3>\n<h3>\u00dcbersetzung: <strong>dr MA\u0141GORZATA P\u00d3\u0141ROLA<\/strong><\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>gew\u00f6hnlich geb\u00e4ren frauen<br \/>\nkinder<\/h3>\n<h3>den dichterinnen<br \/>\nverwirrt gott das leben<br \/>\ndamit sie<br \/>\ngedichte geb\u00e4ren<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>Du spielst auf mir<br \/>\nHerr<br \/>\ndiese gedichte<\/h3>\n<h3>Du wei\u00dft gut<br \/>\nwenn es nicht so sehr<br \/>\nschmerzte<br \/>\nw\u00fcrde ich sie nicht schreiben<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong> x&nbsp; x x<\/strong><\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><em>f\u00fcr Mirka und Monika<\/em><\/h3>\n<h3>noch lohnt es sich gedichte zu schreiben<br \/>\n\u00fcber das gro\u00dfe geheimnis der b\u00e4ume<br \/>\ndie in der herbstd\u00e4mmerung wachsen am fluss<\/h3>\n<h3>\u00fcber die steine am grund des bachs<br \/>\n\u00fcber die luft im august<br \/>\nso klar<br \/>\ndass nachts alle sternschnuppen<br \/>\nzu sehen sind<\/h3>\n<h3>und \u00fcber euch<br \/>\nschwester birke<br \/>\nund schwester tausendsch\u00f6nchen<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>ich stehe am fenster<br \/>\nergebe mich dem raum<br \/>\nlasse die zeit still stehen<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>x x x<\/h3>\n<h3>b\u00e4ume<br \/>\n&#8211; das was uns blieb<br \/>\nvom paradies<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>ich liege im wald<\/h3>\n<h3>die birken segnen mich<br \/>\nmit ihren zweigen<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>ich m\u00f6chte so sehr<br \/>\nin keine h\u00e4user zur\u00fcckkehren<br \/>\nkeine worte h\u00f6ren<br \/>\nau\u00dfer dem fl\u00fcstern<br \/>\ngefallener bl\u00e4tter<br \/>\nund nackter b\u00e4ume<\/h3>\n<h3>so sehr bin ich<br \/>\nmit ihnen verschwistert<br \/>\nso sehr sind wir einander \u00e4hnlich<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>ein tag auf der reise<br \/>\nich schlage das buch nicht auf<br \/>\nlese die welt<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>GALERIE WELT<\/h3>\n<h3>schneeflocken<br \/>\nbaumbl\u00e4tter<br \/>\n&#8211; keins wie das andere<\/h3>\n<h3>Gott ist ein perfekter k\u00fcnstler<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>ich wei\u00df gern worauf ich stehe<br \/>\nauch wenn das<br \/>\nder abgrund ist<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>x x x<\/h3>\n<h3>ich war am boden<br \/>\nnicht nur einmal<\/h3>\n<h3>ich war tief unten<br \/>\nder Herr hat mich gerettet<\/h3>\n<h3>er schickte nach mir<br \/>\nals ich am boden war<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>gro\u00dfe dinge<br \/>\nhat der Herr f\u00fcr mich getan \u2013<\/h3>\n<h3>Er hat mir den sandigen feldweg geschenkt<br \/>\nbirken am wege<br \/>\nschlehen<br \/>\nund heckenrosen<br \/>\nwegwarten mit augen<br \/>\nwie der wolkenlose himmel<br \/>\ndie herzliche arnika<br \/>\nund die feldbirnen<\/h3>\n<h3>ich kann wandern<br \/>\nwo nur himmel ist<br \/>\nfeld und wind<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>WER GIBT, DEM WIRD GEGEBEN<\/h3>\n<h3>\u201eimmer arbeite ich<br \/>\nso gut ich kann<br \/>\nwarum also leide ich<br \/>\nstets mangel\u201c<br \/>\nklagte sie Gott im gebet<\/h3>\n<h3>tags darauf bekam sie antwort<br \/>\ndie beste aller m\u00f6glichen<br \/>\n\u201esei freigebig f\u00fcr dich und andere\u201c<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>die erste liebe<br \/>\nwie ein blitz<br \/>\nenth\u00fcllt den offenen himmel<\/h3>\n<h3>danach lang<br \/>\ndunkelheit<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>wenn du schweigst<br \/>\nist stille<br \/>\nwie vor dem ende<br \/>\nmeiner welt<\/h3>\n<h3>wenn du sprichst<br \/>\ngehorche ich deinem fl\u00fcstern<br \/>\nund tanze auf deiner offenen hand<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>heute werde ich bei dir sein<\/h3>\n<h3>mein herz \u00fcber mir<br \/>\nwie die lerche<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>zuf\u00e4llige begegnung mit dir<\/h3>\n<h3>&#8211; wie wenn Gott<br \/>\nmeine wange streichelt<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>manchmal beneide ich<br \/>\nden hund<br \/>\nden du streichelst<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>ich h\u00e4ngte in den schrank<br \/>\ndeinen sakko<\/h3>\n<h3>alle meine kleider<br \/>\nwollen ihm nahe sein<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>nach unseren sommern<br \/>\nund wintern<br \/>\nals wir stritten<br \/>\ngeschenke zur\u00fcckgaben und wegwarfen<br \/>\nauf knien zur\u00fcckkehrten<br \/>\num mitternacht telefonierten<\/h3>\n<h3>nach all den kosenamen<br \/>\ndie du f\u00fcr mich erfandest<br \/>\n\/niemals nanntest du mich<br \/>\nmit meinem namen<br \/>\n\u201edenn das w\u00e4re zu intim\u201c<br \/>\n&#8211; erst einige tage vor dem tod \u2026 \/<\/h3>\n<h3>\u00fcberlege ich mir<br \/>\nwas w\u00e4re<br \/>\nwenn eines tages<br \/>\neiner von uns<br \/>\nzu sagen wagte:<br \/>\n\u201eich liebe dich<br \/>\nverletz\u2019 mich nicht\u201c<\/h3>\n<h3>wir&nbsp; beide waren feige<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x&nbsp; x&nbsp; x<\/strong><\/h3>\n<h3>er lehrt mich gehen<br \/>\n\/l\u00e4chelnd\/<br \/>\nauf der messerschneide<br \/>\nder ungewissheit<\/h3>\n<h3>mal um mal schleudert er<br \/>\nden stein des wortes<br \/>\n&#8211; und verfehlt nie das ziel<\/h3>\n<h3>und nur selten<br \/>\nstreichelt er mich mit einem blick<br \/>\nvoll ungespielten<br \/>\nmitleids<\/h3>\n<h3>heute abend<br \/>\nwerde ich diese liebe<br \/>\nmit einem wort t\u00f6ten<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>zur zeit der kirschbaumbl\u00fcte<br \/>\narbeiten<br \/>\ndie japaner nicht<br \/>\nsie feiern<\/h3>\n<h3>selbst in den herzen der gro\u00dfst\u00e4dte<br \/>\nsitzen sie mehrere tage<br \/>\nunter den bl\u00fchenden b\u00e4umen<br \/>\nsie bereuen die verflie\u00dfende zeit nicht<br \/>\nsitzen bis die kirschbl\u00fcten abgefallen sind<br \/>\nvon sch\u00f6nheit durchtr\u00e4nkt<br \/>\nkehren sie zur arbeit zur\u00fcck<\/h3>\n<h3>in meiner siedlung<br \/>\nwurde ohne not<br \/>\nder sch\u00f6ne alte garten gerodet<\/h3>\n<h3>die nachbarn sagen<br \/>\nendlich ist ordnung hier<\/h3>\n<h3>wir werden kein zweites japan<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>im jahre 1980 sagten sie:<br \/>\n\u201ewir k\u00e4mpfen um die w\u00fcrde<br \/>\ndes arbeitenden menschen\u201c<\/h3>\n<h3>im jahre 2004<br \/>\nbegegnet arbeitslosen<br \/>\ndie nach arbeit fragen<br \/>\nder kleine direktor<br \/>\neiner winzigen firma und sagt:<br \/>\n\u201eich brauche f\u00fcnf m\u00e4nnliche<br \/>\nund f\u00fcnf weibliche \u2026\u201c<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>DIE DECKE<\/h3>\n<h3>sp\u00e4t in der nacht sehe ich<br \/>\neine fernsehreportage:<\/h3>\n<h3>\u201ewenn&nbsp; ich genug geschlafen habe<br \/>\nbin ich hungrig<\/h3>\n<h3>ich bettle<\/h3>\n<h3>manchmal wenn ich mehr bekomme<br \/>\nkaufe ich mir wein oder einen cocktail<br \/>\nesse mich satt und schlafe wieder<\/h3>\n<h3>wenn ich aufwache, starre ich die decke an<br \/>\n&#8211; ich kann diese decke schon nicht mehr ausstehen<\/h3>\n<h3>f\u00fcr mich gibt es keine arbeit<br \/>\nich kann nicht stehlen<br \/>\nim arbeitsamt sagten sie mir<br \/>\nich sei<br \/>\nunangepasst \u2026\u201c<\/h3>\n<h3>er ist ungef\u00e4hr 35 jahre alt<br \/>\nhat ein schmales b\u00e4rtiges gesicht<br \/>\nund einen schutzlosen blick<\/h3>\n<h3>solche augen konnte Christus haben<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3><em>zum andenken an meine n\u00e4chsten<\/em><\/h3>\n<h3>und doch schien es<br \/>\nsie werden schon immer noch bleiben<br \/>\nin diesem mit kamille bewachsenen hof<br \/>\nin diesem warmen haus<br \/>\nin diesem sicheren bett<\/h3>\n<h3>der reihe nach bl\u00e4st die zeit sie weg<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>meine mutter hat mich<br \/>\nin die welt gesetzt<\/h3>\n<h3>meine mutter ist gut<br \/>\nsanft<br \/>\nund geradlinig<br \/>\nwie ein kind<\/h3>\n<h3>ich kann es ihr nicht ver\u00fcbeln<br \/>\ndass sie mich der welt ausgesetzt hat<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>wenn wir sterben m\u00fcssen<br \/>\n(auch wenn wir fr\u00fcher behaupteten<br \/>\ndass es nicht wert sei zu leben)<br \/>\nnimmt die welt farbe an<br \/>\nund gewinnt scharfe konturen<br \/>\nwie der sommer im august<\/h3>\n<h3>und alle augenblicke<br \/>\ndie es gab<br \/>\nund die es noch geben k\u00f6nnte<br \/>\nhaben pl\u00f6tzlich gewicht und wert<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>gegen die unruhe des herzens<br \/>\nein gebet<br \/>\nals schlaftrunk<br \/>\noder<br \/>\nder gedanke an deine h\u00e4nde<br \/>\ndie sanften<br \/>\ndie&nbsp; besch\u00fctzenden<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>FAST ALLE HABEN SICH ABGEWANDT<\/h3>\n<h3>das war ein sch\u00f6ner oktober<br \/>\n&#8211; Szymborska bekam den nobelpreis<\/h3>\n<h3>zu mir kam jeden tag<br \/>\nein betrunkener krimineller<br \/>\ner behauptete er liebe mich<br \/>\nund w\u00fcrde ich nicht mit ihm leben<br \/>\nso werde er mich und sich umbringen<\/h3>\n<h3>da riet ich ihm er solle mit sich anfangen<br \/>\n&#8211; er verstand den witz nicht<\/h3>\n<h3>polizisten sagten<br \/>\nsie k\u00f6nnten ihm erst etwas anhaben<br \/>\nwenn er mich umgebracht h\u00e4tte<\/h3>\n<h3>der vip in kulturfragen bemerkte:<br \/>\n\u201ekein wunder, dass ihnen dies widerf\u00e4hrt<br \/>\nwenn sie solche gedichte schreiben\u201c<\/h3>\n<h3>einer meiner vielen br\u00fcder verk\u00fcndete:<br \/>\n\u201edu musst auf dich selbst z\u00e4hlen\u201c<\/h3>\n<h3>der mann meines lebens dem<br \/>\nmeine besten gedichte galten sagte:<br \/>\n\u201emich geht das nichts an<br \/>\ndenn ich bin hier<br \/>\nund das l\u00e4uft dort\u201c<\/h3>\n<h3>und Gott machte mir klar<br \/>\ngenau zu der zeit<br \/>\ner erwarte von mir dankbarkeit<br \/>\nf\u00fcr das leben so<br \/>\nwie es ist<\/h3>\n<h3>ich lebe<\/h3>\n<h3>bin dankbar<\/h3>\n<h3>besinge meine einsamkeit<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>mein herz<br \/>\ndas schon<br \/>\ntot war<\/h3>\n<h3>mein herz das nicht erwartete<br \/>\nes k\u00f6nne noch von feuer<br \/>\nentflammt werden<br \/>\nsetzt mich in staunen<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>MUTTER<\/h3>\n<h3><strong>&nbsp;<\/strong><\/h3>\n<h3>im krankenzimmer<br \/>\nzwischen den aufeinander folgenden<br \/>\ntropfflaschen<br \/>\nnarkosen<br \/>\nkopftrepanationen<br \/>\njeden tag gegen drei uhr nachmittags<br \/>\nbittest du mich zu schauen<br \/>\nob das mittagessen schon gekocht sei<br \/>\n\u201eda bald die jungs aus der schule kommen\u201c<br \/>\nich frage wo es denn kochen solle<br \/>\n\u201ena dort\u201c<br \/>\nerwiderst du und zeigst mit dem kopf<br \/>\nin die richtung des gangs<br \/>\nin dem andere kranke liegen<br \/>\ndie auf ihre operationen warten<\/h3>\n<h3>in deinem bewusstsein blieben nur noch<br \/>\nunsere gesichter und namen<br \/>\nund der gedanke<br \/>\ndass du wie die letzten 40 jahre jeden tag<br \/>\nf\u00fcr uns das mittagessen kochst<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>KERN DER HELLIGKEIT<\/h3>\n<h3><strong>&nbsp;<\/strong><\/h3>\n<h3>jahre gehen vor\u00fcber<br \/>\nh\u00e4user<br \/>\nm\u00e4nner<br \/>\nmeines lebens<\/h3>\n<h3>es vergeht nicht<br \/>\nbleibt in mir<br \/>\nein nebliger herbstabend<br \/>\nein pl\u00f6tzlicher lichtschein<br \/>\ndas schwanken der erde<br \/>\nbei der ersten ber\u00fchrung<br \/>\nunserer lippen<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x&nbsp; x&nbsp; x<\/strong><\/h3>\n<h3>so ung\u00fcltig werden in mir<br \/>\nmeine worte<\/h3>\n<h3>so wundert es mich<br \/>\ndass im spiegel<br \/>\nmein gesicht ist<\/h3>\n<h3>so weit von mir zu euch<br \/>\nmeine n\u00e4chsten<\/h3>\n<h3><em>Wroclaw 1981<\/em><\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><em>&nbsp;<\/em><\/h3>\n<h3>ERWARTUNG<\/h3>\n<h3>weder winkte ich mit der hand<br \/>\nnoch lockte ich dich mit l\u00e4cheln<br \/>\noder mit einem wort<br \/>\nund doch bist du gekommen<br \/>\n&#8211; du wusstest<br \/>\nes war nur meine erwartung<br \/>\ndass die handbewegung ausblieb<br \/>\ndas l\u00e4cheln<br \/>\nund das wort<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>bleib stehen<br \/>\nschau zum fenster<br \/>\n\/dort<br \/>\ngibt es<br \/>\nfast immer<br \/>\nein Gedicht\/<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x&nbsp; x&nbsp; x<\/strong><\/h3>\n<h3>er schaute zum Fenster<br \/>\nan einem sehr nebligen Morgen<br \/>\n\u201eo, die welt ist nicht mehr da \u2026\u201c<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>GUTE NACHT \u2013 TELEFONGESPR\u00c4CH<\/h3>\n<h3>&#8211; Halt fest!<br \/>\n&#8211; Woran?<br \/>\n&#8211; An meiner Liebe.<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>\u00dcbersetzung:<strong> KATARZYNA TOMASZEWSKA<\/strong><\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nein gebet<br \/>\n-absto\u00dfen der dunkelheit<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nich habe in meinem schrank<br \/>\ndeine jacke gehangt<br \/>\nalle meinen kleider<br \/>\nwollen bei dir sein<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\ndu wirst noch einmal l\u00fcgen<br \/>\nnoch viele male<br \/>\nbis dir die l\u00fcge<br \/>\nden mund verschwei\u00dft<br \/>\ndann wirst du schweigend l\u00fcgen<br \/>\ndass du viel zu sagen hast<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nmein herz<br \/>\nwelches schon tot war<br \/>\nmein herz<br \/>\nwelches nicht geahnt hat<br \/>\ndass es noch ein feuer<br \/>\nber\u00fchren kann<br \/>\nverbl\u00fcfft mich<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nmanchmal beneide ich<br \/>\nden hund<br \/>\nden du streichelst<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\ndas graue hat viele farben<br \/>\nich bemerkte das k\u00fcrzlich<br \/>\nin deinen augen<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nheute werde ich bei dir sein<br \/>\nmein herz \u00fcber mir<br \/>\nwie eine lerche<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\ndie erste liebe<br \/>\nwie ein blitzschlag<br \/>\nzeigt den offenen himmel<br \/>\ndann lang<br \/>\ndunkelheit<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nich liege im wald<br \/>\nbirken segnen mich mit ihren<br \/>\n\u00e4sten<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\ngegen herzensunruhe<br \/>\ndas gebet<br \/>\nwie ein schlafmittel<br \/>\noder<br \/>\nder gedanke an deine<br \/>\nsanften<br \/>\nsicheren h\u00e4nde<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nich steh\u2019 am fenster<br \/>\nmich dem raume hingebend<br \/>\nzeit durchdringt mich<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><\/h3>\n<h3>\nwir wissen immer noch nichts<br \/>\nwir sind wie kinder stehend<br \/>\nan der schwelle<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\naugen der tiere<br \/>\nsind immer rein<br \/>\ntiere haben keine seele<br \/>\nund keine gewissensbisse<br \/>\nsie betrachten mich<br \/>\nfragend<br \/>\naufmerksam<br \/>\nmir fehlt der mut<br \/>\nihnen in die augen zu schauen<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nja ich wollte<br \/>\nzu keinen h\u00e4usern<br \/>\nzur\u00fcckkommen<br \/>\nkeine w\u00f6rter h\u00f6ren<br \/>\nau\u00dfer des fl\u00fcsterns<br \/>\nder gefallenen bl\u00e4tter<br \/>\nund nackter b\u00e4ume<br \/>\nja sie sind mir<br \/>\nwie br\u00fcder<br \/>\nja wir sind uns<br \/>\n\u00e4hnlich<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\ndie treuste wiederspiegelung der welt<br \/>\nist nicht das antlitz<br \/>\ndes b\u00f6sen<br \/>\noder des guten<br \/>\noder dessen<br \/>\nder schon fast<br \/>\nalles wei\u00df<br \/>\nsondern<br \/>\ndas antlitz des dummkopfes<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nwenn wir sterben sollen<br \/>\n(obwohl wir fr\u00fcher gesagt haben<br \/>\ndas es sich nicht lohnt zu leben)<br \/>\nwird die welt bunt<br \/>\nund bekommt scharfe konturen<br \/>\nwie der sommer im august<br \/>\nund alle momente<br \/>\ndie einst waren<br \/>\nund die die noch werden k\u00f6nnten<br \/>\nhaben pl\u00f6tzlich wert und bedeutung<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nes lohnt sich noch gedichte zu schreiben<br \/>\nvom gro\u00dfen geheimnis der b\u00e4ume<br \/>\ndie im herbstdunkeln am flu\u00dfe wachsen<br \/>\nvon steinen auf dem boden eines baches<br \/>\nvon der augustluft<br \/>\nso rein<br \/>\ndass man zur n\u00e4chtlichen stund\u2019<br \/>\nalle sternschnuppen sehen kann<br \/>\nund von euch<br \/>\nschwester birke<br \/>\nschwester g\u00e4nsebl\u00fcmchen<\/h3>\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3><strong>x x x<\/strong><br \/>\nich verliebte mich in den mond<br \/>\nund als er sich<br \/>\nvon mir<br \/>\nwegdrehte<br \/>\nist mein silbener weg<br \/>\npl\u00f6tzlich gerissen<br \/>\nich wusste nicht<br \/>\ndass es so weit<br \/>\nsein kann<br \/>\nzu den sternen<br \/>\nund zu menschen<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.maria.duszka.pl\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/w-zieleni-300x2251.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-858\" title=\"w-zieleni-300x225\" src=\"http:\/\/www.maria.duszka.pl\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/w-zieleni-300x2251.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D E U T S C H &nbsp; Ich bin 1960 geboren, lebe In Polen und bin Dichterin, Journalistin und Bibliothekarin. 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